Weshalb der VW-Abgasbetrug jahrelang verborgen blieb, kann die Bundeskanzlerin auch nicht erklären – aber: Weggeschaut hätten die Behörden nicht.

Wie „Zeit Online“ berichtet, kann auch Angela Merkel den entscheidenden Widerspruch nicht klären. Ihrer eigenen Aussage nach arbeiten das Bundesverkehrsministerium und Kraftfahrt-Bundesamt all die Jahre gut zusammen. Aus welchem Grund die Manipulationen im September 2015 in den USA aufflogen und nicht zuerst in Deutschland beantwortet die Kanzlerin wie folgt: Motivforschung sei jetzt nicht ihre Hauptaufgabe.

Der im Juli 2016 durch Drängen der Opposition ins Leben gerufene Ausschuss sollte klären, inwieweit die Regierung von diesen Missständen wusste und wie sie seit Jahren die Abgasvorgaben bei den Herstellern überwachen.

Doch das Gremium kommt in der gut zweistündigen Befragung zu keinem eindeutigen Ergebnis. Als studierte Physikerin und ehemalige Bundesumweltministerin ist der Kanzlerin das Abgasthema durchaus vertraut. Medienberichten zufolge soll auch die Kanzlerin von Abschalteinrichtungen, die nur im Testbetrieb von Autos den Ausstoß von schädlichem Stickoxid senken, erst erfahren haben, als der Skandal öffentlich bekannt wurde und die Medien hierüber berichteten.