Durch Abgasmanipulationen geschädigte Volkswagen-Kunden können unter bestimmten Bedingungen Schadensersatz vom Autobauer verlangen oder gar vom Kaufvertrag zurücktreten. Zu diesem Ergebnis kommt der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages in einer Bewertung für die Bundestagsfraktion der Grünen, die der Nachrichtenagentur Reuters am 30.10.2015 vorlag.

Würde der Wagen nach dem Rückruf in die Werkstatt und der Deaktivierung der Software mehr Diesel verbrauchen, könnte eine “erhebliche Pflichtverletzung” des Verkäufers vorliegen. Konkret wäre das etwa bei einem Mehrverbrauch von zehn Prozent im vorgeschriebenen Messverfahren der Fall. Schon ab drei Prozent hätten die Gerichte einen Sachmangel angenommen.

Zusätzlich halten die Experten des wissenschaftlichen Dienstes auch Klagen auf Schadensersatz für denkbar, weil VW mit falschen Angaben zum Stickoxid-Ausstoß der Autos den Käufer getäuscht habe könnte.