VW-Kunden, in deren Auto eine manipulierte Abgas-Motorensoftware eingebaut wurde, haben einen Brief mit der Aufforderung, ihr Auto in einer Werkstatt umrüsten zu lassen, bekommen. Wer einen solchen Brief erhalten hat, ist verpflichtet, eine Umrüstung durchführen zu lassen. Man sollte dafür eine halbe bis eine ganze Stunde einplanen. Kosten kommen auf die Kunden nicht zu.
Ob es tatsächlich gelingt, die Autos so umzurüsten, dass diese keine Nachteile für Verbrauch, Leistung oder Geräuschentwicklung erleiden, ist momentan noch völlig unklar. Sollten derartige Nachteile auftreten, hätten die Kunden die Möglichkeit Schadensersatz zu verlangen oder vom Kaufvertrag zurückzutreten. Es ist sehr wichtig, durch umfassende Dokumentation mögliche Veränderungen insb. einen Mehrverbrauch festzustellen, da den Kunden die Beweislast dafür trifft. Das heißt, der Kunde muss nachweisen, dass das Auto eine geringere Leistung oder einen höheren Verbrauch hat als vor der Umrüstung. Unter anderem zu diesem Zweck hat der ADAC angekündigt, bei Testfahrzeugen Vorher-/Nachher-Messungen vorzunehmen. Wir raten unseren Mandanten und anderen Betroffenen, eine solche Dokumentation vornehmen zu lassen.
Einem Bericht des ZDF-Magazin „Frontal 21“ zufolge, könnte die Überschreitung von Stickoxid(NOx)- Grenzwerten ein Problem sein, dass nicht nur die Halter von VW betrifft. Im Auftrag des ZDF-Magazins wurden bei Diesel-PKW von BMW, Mercedes und Renault die Stickoxidmessungen auf freier Straße mit denen bei dem offiziellen Labortest verglichen. Der Test im Labor erfolgt mit einem computergestützten Fahrzyklus (sog. NEFZ). Die Messungen auf der Straße waren bei allen getesteten PKW deutlich höher als die im Labor. Auf Nachfrage kritisierten VW, Daimler und BMW den Testaufbau. Sie halten die Messergebnisse im Labor und die auf der Straße aufgrund von Luftdruckveränderungen, Wetterverhältnissen und unterschiedlichen Fahrbahnbeschaffenheiten nicht für vergleichbar. Daimler, BMW und Renault wiesen den Verdacht der Manipulation von sich. Das Bundesverkehrsministerium wollte auf Nachfrage von Frontal 21 keine Stellung zu den Ergebnissen nehmen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich der Umgang mit überschrittenen Stickoxid-Grenzwerten weiter entwickelt.
Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) hat den Plan, Kontrollen für Kraftfahrzeuge, ähnlich wie Dopingkontrollen im Sport, durchzuführen. Sie sollen unangemeldet und jedes Jahr stattfinden. Durch das Zufallsprinzip sollen Autos beispielsweise über Autovermietungen ausgewählt werden, um deren Schadstoffausstoß zu testen. So würde weiteren Manipulationen entgegengewirkt werden.